Manchmal habe ich mich gewundert, wie teuer es ist, eine Flasche Mineralwasser zu kaufen - manchmal doppelt so teuer wie Bier. Dank des Projekts a tip:tap - european water initiative muss man in der Weserstrasse keines von beidem kaufen. Mithilfe der Berliner Wasserbetriebe wurde hier im Juni 2012 der erste tip:tap Trinkwasserbrunnen eröffnet.

Das Ziel des Projekts ist es, Menschen für die zahlreichen Vorteile von Leitungswasser zu sensibilisieren. Die Errichtung des Brunnens wurde durch einen von tip:tap organisierten ‚Wassermob’ im Bioladen Biosphäre ermöglicht. Weiterhin wurde das Projekt durch EU-Fördermittel unterstützt – durch das EU-Förderprogramm JUGEND IN AKTION.

tiptap logoDie Botschaft der Tip:tap – Initiative: In Berlin ist Leitungswasser (fast immer) gesünder als gekauftes Wasser aus Plastikflaschen. Wasser wird als Lebensmittel besser kontrolliert. Weiterhin ist der Konsum von Leitungswasser nachhaltiger und günstiger. Viele Menschen diskutieren gerne über Bio-Lebensmittel und Ökostrom – aber das Thema  Wasser wird leider vernachlässigt. Das will a tip:tap ändern. Unser ehemaliger Praktikant Edward Knight hat sich mit Samuel Höller, einem der Initiatoren zusammengesetzt, um ihm ein paar Fragen über das Projekt zu stellen.

Wie ist die Idee für a tip:tap entstanden?
Wir haben uns eines Abends zusammengesetzt und über Nachhaltigkeit diskutiert - wie ernähert man sich nachhaltig? Da haben wir uns überlegt, was für ein Quatsch das ist, dass bei Klimakonferenzen Wasser aus Plastikflaschen ausgeschenkt wird. Dann haben wir die Einladung von der EuropaBeratung bekommen, sind dorthin gegangen und haben dort gehört, dass man EU-Förderung für selbstorganisierte Projekte bekommen kann. Da entstand die Idee, ein Projekt zu den Vorteilen von Leitungswasser anzustoßen. Das Problem mit Biolebensmitteln ist ja, dass man mehr zahlt, damit man etwas Gutes tut. Aber mit Leitungswasser zahlt man doch weniger!

Was sind die Ziele des Projekts? Wie werden sie verwirklicht?
Das Ziel ist, dass Menschen mehr Leitungswasser trinken - statt Wasser in Plastikflaschen zu kaufen. Ein Test der Stiftung Warentest hat gezeigt, dass die Qualität von Leitungswasser in den meisten Fällen besser als Wasser ist, das man kaufen kann. Das gilt für Deutschland und andere Länder wie England, wo man eine richtig gute Wasserqualität hat, aber auch für die Stadt Bilbao in Nordspanien, mit der wir den europäischen Austausch haben.  
Wir haben dazu ein Informationskampagne, z.B. auf Facebook oder unserer Internetseite. Dort kann man sich zum Beispiel mit unserem ‚Wasserrechner’ informieren, wie viel man einspart, wenn man jeden Tag nur Leitungswasser trinke. Wenn man jeden Tag einen Liter Leitungswasser trinkt, dann kostet das 1,40 Euro pro Jahr, also soviel wie ein Kurzstrecken-Ticket. Das heißt, abgefülltes Wasser zu kaufen ist ungefähr 500 mal teurer.
Wir haben auch Aktionen mit einem Stand, wo Passanten mit verbundenen Augen Leitungswasser mit gekauftem Wasser vergleichen konnten. Da kam dann in achtzig Prozent der Fälle heraus, dass sie entweder keinen Unterschied merken oder das Leitungswasser sogar besser schmeckt.

Das Projekt wird als ‚european water initiative’ beschrieben. Was ist der europäische Aspekt des Projekts?
Wir haben das Projekt mit einer Gruppe organisiert, die zum Teil in Berlin, zum Teil in Bilbao in Spanien und zum Teil in Wuppertal wohnt. Gerade der Austausch Berlin-Bilbao war sehr spannend, weil man in Bilbao an jeder Ecke Trinkbrunnen hat, in Berlin nicht. In Bilbao ist die Wasserqualität gut, aber in Berlin ist sie sogar besser. Und in Bilbao nutzen auch viele Leute diese Trinkbrunnen, in Berlin nicht.  Da kann man voneinander lernen, und dieser interkulturelle Austausch war ein Ziel unseres EU-Förderantrags.

Das Projekt wird durch die EU gefördert. Wie ist es dazu gekommen?
Die EuropaBeratung hat uns sehr geholfen, da sie dieses Angebot haben, über die EU-Fördermöglichkeiten zu informieren und bei der Antragstellung zu helfen. Dabei haben sie uns viele Tipps gegebenen. Unser Projekt wird durch das Programm JUGEND IN AKTION als „transnationale Jugendinitiative“ gefördert.

Gibt es weitere Pläne?
Ursprünglich haben wir gedacht: wir machen das für ein Jahr und dann ist es fertig. Dann haben allerdings gemerkt, dass uns das Thema sehr interessiert und wir die Aktivitäten über das Jahr hinaus fortsetzten wollen. Wir haben dann einen gemeinnützigen Verein gegründet, den wir weiter betreiben wollen. Wir wollen den Brunnen besser vermarkten, oder dafür sorgen, dass er länger an dem Ort steht. Dann wollen wir auf stadtplanerischer Ebene arbeiten, mit Leuten sprechen, dass sie Brunnen direkt in die Planung einbeziehen. Wenn ein neuer Platz gestaltet wird, dann sollte dort gleich ein Trinkwasserbrunnen eingeplant werden.

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